July 08, 2019

SO KÖNNEN SIE DIE TIKI-KULTUR IN SAN FRANCISCO ERLEBEN

San Francisco ist die Geburtsstätte der Tiki-Kultur und Heimat einiger der ältesten Tiki-Lokale des Landes. Die Themen reichen von traditionellem polynesischen Kitsch bis hin zur dunklen Seite der Tiki-Mythologie. Aber eines ist gewiss: In jeder dieser Bay-Area-Bars bekommen Sie einen hervorragenden Mai Tai.

Trader Vic’s (9 Anchor Dr., Emeryville)

Das Leben in den 1930ern war hart. Zur Zeit der Großen Depression hatten die Amerikaner es nicht leicht und brauchten etwas Ablenkung vom Druck des Alltags. Da Kalifornien nicht weit vom Südpazifik liegt, gehen hier mehr Menschen aus den Tropen ein und aus. Und was diese mit sich brachten, waren Geschichten von warmen Stränden, einer sanften Briese und einer entspannten Atmosphäre, in der sich sämtliche Sorgen in Wohlgefallen auflösen. Unternehmer versuchten, dieses Umfeld nachzuahmen, und damit war die Tiki-Kultur geboren. Victor Bergeron eröffnete 1934 seine Tiki-Bar Hinky Dinks in Oakland. 1937 änderte er den Namen in Trader Vic’s.

Bergeron gilt vielerorts als Erfinder des maßgeblichen Tiki-Cocktails Mai Tai und allein aus diesem Grund sollte man sich diese Bar auf seiner Tiki-Tour keinesfalls entgehen lassen. Er war es auch, der damit anfing, die Drinks mit kleinen Sonnenschirmen zu dekorieren. Trader Vic’s ist zwar nach Emeryville umgezogen, aber die Atmosphäre und die Cocktails sind noch immer die gleichen.

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Pagan Idol (375 Bush St.)

Die kreativen Köpfe hinter dem Pagan Idol wollten das authentische Gefühl einer Tropeninsel zur Dämmerung vermitteln. Wenn man durch die Eingangstür tritt, findet man sich im Inneren eines alten Holzschiffes wieder – an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit. Oftmals gibt es dort Livemusik zu hören und immer eine Auswahl von Drinks auf Rum-Basis, die mit kleinen Schirmchen serviert werden.

Nur die unerschrockensten Besucher wagen sich ins Hinterzimmer, wo man die Sicherheit des „Schiffs“ verlässt und eine einsame Insel betritt. Dort sitzt man zwischen großen Tiki-Statuen und in der Nähe eines ausbrechenden Vulkans. Witzige Tatsache: Das Pagan Idol befindet sich im historischen Gebäude, in dem sich einst ein klassisches Beispiel der Tiki-Kultur befand: Tiki Bob’s Mainland Rendezvous.

Zombie Village (441 Jones St.)

Das Zombie Village wurde vom selben Future-Bars-Team gestaltet, das auch für das Pagan Idol verantwortlich ist, und bietet eine frische Variante des traditionellen Tiki-Themas. Die Bar auf zwei Ebenen führt einen in ein Tiki-Dorf mitsamt Hütten mit Reetdach und einem nächtlichen Sternenhimmel. Im hinteren Teil des Raums findet man eine gemütliche Höhle, die sich perfekt für intime Gespräche eignet. Die Steinwände und das flackernde Lagerfeuerlicht vermitteln einem ein Gefühl von Wildnis und Abenteuer. Aber die eigentliche Attraktion ist der zweite Stock. In der gemütlichen Doc’s VooDoo Lounge mit ihren Fläschchen und Gefäßen voller schrecklicher „Zutaten“ werden tropische Drinks serviert.

Trad’r Sam (6150 Geary Blvd.)

Für Freunde guter Spelunken und tropischer Cocktails ist das Trad’r Sam’s die erste Wahl. Es wurde 1937 von Sam Babylon gegründet und ist damit eine der ältesten Tiki-Bars im ganzen Land. 

Der eigentliche Reiz von Trad’r Sam’s liegt im dezenten Ambiente. Im Gegensatz zu den Neuzugängen der Szene muss diese Tiki-Bar nichts beweisen. Das Trad’r Sam’s verteidigt seinen Platz in der Tiki-Kultur lediglich mit ein paar Hinweisen auf die alten Zeiten, wie z. B. Rattanmöbel und Bambus-Dekor, aber für die Einheimischen ist es einfach eine Bar wie alle anderen.

The Tonga Room & Hurricane Bar (The Fairmont, 950 Mason St.)

The Tonga Room hat schon seit seiner Eröffnung im Jahr 1945 große Besucherscharen angelockt. Damals kamen mit dem Ende des 2. Weltkriegs Soldaten aus dem Südpazifik zurück und brachten Geschichten von Tropenparadiesen mit. Hollywood gab dem Mythos vom beschaulichen Inseldasein mit Filmen wie z. B. „Blaues Hawaii“ (mit Elvis) oder „April entdeckt Hawaii“ noch weiteren Auftrieb und schon bald wollten alle an diesem Erlebnis teilhaben. The Tonga Room nahm sich des Themas an und trieb die Tiki-Kultur auf die Spitze.

Außer dem traditionellen Tiki-Dekor verfügt der Tonga Room außerdem über eine Lagune. The Island Groove Band spielt auf einer mit Reet gedeckten Barke, die in der Lagune treibt, während die Gäste ihre Rum-haltigen Getränke genießen. Regelmäßige tropische „Gewitter“ mitsamt „Donner“ und „Blitzen“ machen die Illusion einer einsamen Insel komplett. Auf der Speisekarte stehen Gerichte der polynesischen Fusion-Küche und nach dem Essen kann man das Tanzbein schwingen.

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Smuggler’s Cove (650 Gough St.)

Das im Jahr 2009 eröffnete Smuggler’s Cove ist ein relativer Neuzugang auf der Tiki-Szene. Dennoch finden Genießer in diesem Schrein der Tiki-Kultur auf drei Stockwerken jede Menge Geschichte. Die Besitzer Martin und Rebecca Cate sind Experten für den Betrieb einer authentischen Tiki-Bar und das Dekor entspricht exakt dem der Tiki-Blütezeit – mitsamt einiger Artefakte aus Tiki-Lokalen der Anfangstage, die längst ihre Pforten geschlossen haben.

Last Rites (718 14th St.)

Schiffswracks und Bruchlandungen auf Tropeninseln haben schon immer das Vorstellungsvermögen angeregt. Das Last Rights entführt einen mit einer Einrichtung aus echten Flugzeugteilen in diese Welt des Abenteuers.

Anstelle der traditionellen Tiki-Masken, die man in den meisten Bars findet, sitzt man hier beispielsweise neben einem riesigen Steinschädel. Aber keine Sorge! Die beeindruckende Auswahl exotischer Getränke beruhigt die Nerven inmitten dieser mitunter schaurigen Szenerie.

Forbidden Island (1304 Lincoln Ave., Alameda)

Wer den kompletten Kitsch sucht, ist im Forbidden Island bestens aufgehoben. Dank einer Vielzahl verschiedener Bands, DJs und einmaliger Entertainer vergeht die Zeit hier wie im Flug, während man die traditionellen exotischen Cocktails schlürft oder neue Varianten bekannter Geschmackskombinationen ausprobiert. Das Forbidden Island veranstaltet Lū’aus (traditionelle hawaiianische Feiern) oder Filmabende, um die Flucht aus der Realität komplett zu machen. Freuen Sie sich auf jede Menge Hawaii-Hemden und Drinks in Tiki-Bechern.

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